Ich warte auf keinen; nur auf mich!

Ich warte auf keinen!

Heute bin ich müde. Erschöpft und erschlagen. Deshalb sitze ich. Es fühlt sich an, als würde ich warten. Warten, wie auf einen Freund, der mich besucht. Aber ich habe kein Interesse an anderen. Die ziehen an mir vorbei oder warten auch. Eine auf Freunde, andere auf den Zug. Aber ich nicht. Die Müdigkeit kommt immer wieder zu mir und lässt mich weiter warten. Hier, wo ich sitze. Worauf ich nun warte? Na auf mich! Ist doch ganz klar.

Die eigene Seel, dass sie erwacht. Aus den Sphären der Nacht.

Nachts ist auch manchmal tags, wenn die Seele geht und träumt. Wenn der Körper schlaff und die Seele stark dem Heute gegenübersteht.

So soll se gehen. Ist’s gut zu ruhn, in der Nacht.

Schon bald kommt sie wieder und sucht. Sucht des neuen Abenteurers Körper. Stählern Brust mit Mut und Tatendrang.

Ist’s gut zu ruhn für die Kraft. Ist’s gut zu warten auf das eigne Ich.

Es ist frei, kommt aber immer wieder zurück und erzählt von den Abenteuern in den Sphären. Bunt mit Bildern oder ganz schwarz. Sie sind. Können sein; in mir. Oder weiß voll mit Nebel, der böse blinkt. Mich stocken lässt und die große Frage nach: Warum?

Ich würd es gern verstehen. Die Nebel. Der Nacht. Der Tage. Der Seele.

Ich kann verstehen, wo Kolumbus stand. Auf einer Karte. Hinter ihm das schon entdeckte Land. Vor ihm eine dicke weiße Wand. Unbekanntes hier und dort. Aber unerschrocken ging er fort. Fort will meine Seele von dem heimelichen Ort. Will Abenteuer sehn und kann dann auch verstehn. Die Nebel. Sie werden nicht gehen, sie bleiben mir in meiner Seel, doch größer werden sie nimmer mehr. Wieder kommen ja, doch wachsen vielleicht nur minimal.

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Die Magie der Künste

Die eigentliche Aufgabe der Künste und Künstler ist es, Beobachter und Botschafter zu sein.

„Weißt du, was die Magie, das Übernatürliche ausmacht? Genauso wie die Kunst?“

„Was?“

„Ihre Unberechenbarkeit. Unkontrollierbarkeit. Wir gieren zu sehr danach, sie zu fassen zu bekommen. Wir, die von ihr berührt wurden. Wir wollen sie haben, kontrollieren; wir denken uns: Es ist doch unser Recht! Sie hat uns doch auch ausgesucht, also wieso will sie uns nicht gänzlich im Spiel haben? Verweigert es uns und bringt uns in einen Strudel aus großer Gier unsererseits und noch größerer Verweigerung ihrerseits. Je … desto. Und wir haben das Gefühl sie lachen zu hören, wenn wir mal wieder in einem dieser unproduktiven Strudel stecken. Dabei sollten wir doch unsere Gier, Teil des Ganzen sein zu wollen, runter schlucken; den ganzen verdammten Stolz1Zitierung nach dem deutschen Kabarettisten Jochen Malmsheimer.. Und uns unserer eigentlichen Aufgabe zuwenden.“

„Die da wäre?“

„Beobachter und Botschafter sein.“

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Eine Ode

Man muss seine Gedanken aussprechen. Es zählt das Gesagte und das Geschriebene.

„Lass es mich doch formulieren. Es aussprechen.“ Es greifbar machen. Es auf eine Ebene höher bringen als die des Gedankens. Es ist dann immer noch flüchtig. Das Gesagte verweilt nicht. Es zieht von dannen, ist weg, verschwunden. Stand kurz, ganz kurz, still und flog dann davon, löste sich auf, wurde unsichtbar. Wie die Gedanken; im Nirwana des Nichts verschwunden. „Eine Ode“ weiterlesen

Genialität

Genialität ist in jedem Menschen zu finden.

Die Kunst ist es nicht genial zu werden. Das sind wir schon von Anfang an. Mit unserer Geburt kommen wir aus der Genialität der Natur und sind ihre Kinder.

Nein, die Kunst ist es, die Genialität nicht töten zu lassen:

  • Entweder durch das Doktrinäre der Anderen und du ertrinkst mit der Genialität, weil du dich dem Widerstand verbunden fühlst.
  • Oder du wirst selbst zum Doktrinär und ersäufst deine Genialität im Austausch gegen Grau-Denkerei, Bevormundung und Sklaverei selbst.

Also besteht die Aufgabe darin, die geburtsgegebene Genialität vor dem faschistischen Doktrinär des Pessimismus zu schützen. Gegen das faschistoide System der Biedermeierei; einfach nur zu überdauern, um die Kraft für die einmaligen Chancen pro Leben später, wenn sie uns begegnen, nutzen zu können, diesem System den Kampf anzusagen und zu siegen.

Allein mit dem tagtäglichen Überleben unserer Art, sind wir der stechende Schmerz des universellen Splitters in den Eingeweiden der machthungrigen, unsättigen Gier, der zu deren selbstüberschätzenden Entzündung geführt hat und dürfen das Aufbrechen der Geschwulst nicht behindern, sondern befeuern. Sodass der Unrat durch den Eiter herausgespült wird, dass der Wirt wieder frei sein kann, losgelöst von Gicht und Gift.

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Reflexionsstunde mit Alex – Eindrücke 2.0

Eine Poesie über Eindrücke von der Künstlerin Alex Ross.

Eindrücke 2.0

Es ist ein nicht enden wollendes Überdauern.

Den Winter für den Sommer.

Die Arbeit für das Wochenende.

Die Wochen für den Urlaub.

Den Urlaub für die Arbeit.

Ein ewiges Warten … aber für was?

Das es besser wird?

Ein ewiges Ausprobieren … um was zu finden?

Ein ewiges Versuchen … das was gelingt?

Ein Geist, wie die See,

sich aufbäumend schäumend in sich wieder niederschlagend,

verändert ständig sein Gesicht.

Hat so manche so unglaublich tiefe Schicht.

Zähmen kannst du ihn nicht.

Nur treiben…

Nur treiben…

Darauf segeln; verbinde Wind und Wasser zum Wetter.

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Reflexionsstunde mit Alex – Wieder und wieder

Wieder und wieder. Wiederholungen prägen den Menschen.

Eindrücke 3.0

Im Goldenen Käfig und verlaufen im Labyrinthenleben

Allein stehen und einsam wie Alcatraz. Massives Gestein auf schwarzem Fels, umgeben von weißem Nichts. So erhebt sich mein Seelengefängnis aus der tiefsten Schwärze in das hellste Nichts. Und dazwischen sitze ich.

Herumgeschoben. An mir ziehend und zerrend  – in meinen Erinnerungen. Wahnsinn. Das ist mein Tag. Herumgewälzt. Im innerlichen Um-mich-schlagen ruhig liegend. Träume. Das ist meine Nacht.

Und Besuche? – stündlich. Mein Geist entschwindet: Entweder zu ihr – dem a-Außen – oder zu ihnen: Bittstellern. Herumlungernde, sich in den dunklen Ecken meines Geistes herumdrückenden Gestalten meiner Vergangenheit. Immer bereit das Theaterstück in verzerrter Mani, wider meines Willens, aufzuführen.

Wütend. Tobend singen sie ihre Lieder. Die Lieder meines Tanzes … so lange her. Es ist schon so lange her und fühlt sich doch so wie gestern in meinen Erinnerungen an. Und wie im Hier und Jetzt in meinen Träumen.

Wieder und wieder.

Wieder und wieder.

Wieder und wieder.

Und wieder und wieder und wieder … und wieder und wieder … und wieder … und es hört nicht auf … Du wenn es das mal tut, dann weiß ich: Es wird wieder kommen.

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Reflexionsstunde mit Alex – Schneidedruck

Erlebnisse und Eindrücke prägen den Menschen und sein Denken. Manche führen zum Schneidedruck.

Eindrücke 1.0

Ich rastlos und genervt. Ich bin davon genervt, dass ich rastlos bin. Und rastlos, weil ich genervt bin. Nicht wissen wohin. Was will ich. Aufstehen. Setzen. Hinlegen. Rumlaufen. Was will ich eigentlich. Lesen? Nein. Film gucken. Ja. Welchen Film? Ne, jetzt doch nicht mehr. Raus? Boar neeeee. Drin bleiben? Auch nicht …

Der Kopf kann schon ein rechtes Gefängnis sein …

Stopp. Halt. Ja. Nein. Doch. Nö. Warum. Keine Ahnung. Vielleicht. Soll ich? Jetzt. Früher. Nein. Doch. Schon? Mano …

Hey! Ja? Warte. Nö. Kann ich. Es. Wer? Da. Siehste. So! Kannste, müsste, sollte. Wenn. Mein. Unser. Sollte. Euch. Nö.

Soll ich noch weiter machen, um es zu verdeutlichen?

Schneidedruck.

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Reflexionsstunde mit Alex – Angst

Gefühl - Angst - Einsamkeit - Anmut - John Rocha; Pexels; Lizenz Creative Commons CC0

Angst

Ein komisches Gefühl.

Sieht sie bei allen Menschen gleich aus? Fühlt sie sich in jedem Menschen gleich an?

Sie engt mir die Brust. Als ob ich nicht mehr richtig atmen kann.

Sie raubt mir die Möglichkeit zu denken. Sodass ich nicht mehr wirklich Dame meiner selbst bin.

Sie erschwert mir mein Einschlafen, weil sie mich in Hoffnungen schwelgen lässt. Ungesunden Hoffnungen, die mich nicht schlafen lassen, mir damit die Pausen rauben, in denen ich ab sofort Kraft schöpfen werde, um Träume wahr werden zu lassen und nicht mehr in doppelter Lähmung zu schweben:

  1. Arbeitssystem heute
  2. Sklavenhoffnungen der Freiheit

Nein, ich lebe die Freiheit. Now!

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Reflexionsstunde mit Alex – Sexuelle Gewalt

Das Phänomen der sexuellen Gewalt ist verankert in der Gesellschaft.
Fuck. Fuck. Ich würde sehr gern denken, dass ich etwas wirklich Wichtiges hinausschicken konnte in die Atmosphäre. Verstehen Sie? Einfach die ganze Idee von Frauen, die bereit sind Männer fertigzumachen, wie einen Hund, der böse war …aus dem Film: Sex and Death 101

Ist es das? Ist das die Lösung von dem Problem der sexuellen Gewalt gegen Frauen? Wir schlagen jetzt zurück! Wird es dann aufhören … Nein. Dann fängt die ganze Scheiße wieder von vorne an. Es gibt neue Täter und neue Opfer und das Karussell dreht sich weiter und dreht sich weiter und dreht sich weiter und niemand weiß, wo es stoppt, geschweige denn wann.

Jetzt hat sich wieder eine Person vor mir als Missbrauchsopfer geoutet und eine andere indirekt durch eine Rede eben genannter Person, die wir beide kennen. Noch mehr verletzte Seelen; schon in der Kindheit.

 WARUM ZUM FICK WIRD DIESES LAND ALS SICHERES HERKUNFTSLAND GESEHEN!?! 

Ist es das, das missbrauchte Menschen, Menschen mit ähnlich/gleichen Eigenschaften, sich magisch anziehen? Oder sind wir mittlerweile an dem Punkt, wo rauskommt, dass jeder Mensch mindestens einmal in seinem/ihrem fucking Leben sexuell missbraucht wurde und es gar keine psychisch gesunde menschliche Gesellschaft je gegeben hat, wo eine natürliche und humanistische Verhaltensweise existiert hat?

Wieso tun wir uns diesen widerlichen Scheiß überhaupt an? Sind wir nichts Besseres als Sklaven von Sex und Gewalt? Ist das der Mensch, zu dem ich „erwachsen werden soll“?

Heißt das: Leben?

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Menschliche Entwicklung: Die Zweite …

Die menschliche Entwicklung beinhaltet den Kampf zwischen dem konstruktieven Geist, der Kreativität und der Gier nach Macht und Liebe.

Das Große Ganze und die Liebe

Die Geister scheiden sich.

Der konservative Geist befasst sich nicht gern mit den unbekannten Fragen. Schon gleich gar nicht mit der Frage nach dem Sinn. Ob er nun im Leben, in einer Sache, einem Glauben oder einem Sachverhalt zu fehlen scheint. Der konservative Geist muss einen Sinn bekommen. Er will nicht suchen. Er fühlt sich wohl, wenn ihm gesagt wird, was er zu tun hat und brüstet sich dann damit, dass „nur er fleißig genug ist, diese Aufgabe meistern zu können“. Aber der Schritt der Aufgabenvergabe an sich selbst überfordert die kleine Seele.

Der kreative Geist hingegen macht sich eigenständig auf die Suche. Gibt sich selbst einen Sinn, eine Aufgabe. Für ihn liegt die Erfüllung nicht im Finden, sondern im Suchen selbst.

Der konservative Geist ist sesshaft, der Kreative ein Wanderer.           

Die nun neuen Seelen des momentanen Anbruchs sind Kreativisten -kreative Aktivisten- und müssen sich durch die Schlingpflanzen der gelebten Vergangenheit der Konsermisten – also der konservativen Pessimisten – schlagen, um ihrer Seelennatur gerecht zu werden. Sie erinnern sich ihrer Wurzeln, was wir Menschen einst waren; vor Religionen, Manipulation und Machtansprüchen:

  • Uns selbst sicher,
  • dem Anderen mit Vertrauen zugewandt
  • und uns unserem Gegenüber bewusst.

Ihre Natur ist es die Menschen zu erinnern. Zu helfen wieder zu hoffen, zu vertrauen und zu glauben.

– Glaube ohne Religion, Strukturen und Hierarchien. Glauben mit Magie,
Seelenzauber und Schönheit. –

Sie wollen verändern. Sie müssen verändern. Dieser Aufgabe können sie sich nicht entziehen. Ihr Innerstes wird sie immer dorthin zurückbringen, sollten sie weglaufen – wird sie erinnern, sollten sie versuchen, es mit Drogen zu verschütten.

Das Große Ganze und die große Gier

Aber um wirklich Großes zu erreichen, bedarf es Macht. Und Macht ist Kontrolle. Die Kontrolle über Wesen. Und Kontrolle über Wesen führt direkt oder über manche Umwege zur Erkenntnis dieser Macht.

Egal wie gut wir es am Anfang auch meinten: Begeben wir uns einmal auf den Weg des „Großen Glücks“, tun wir den ersten Schritt auf dem Weg der Macht. Im Kern sind sie gleich, aber schnell, schneller als der Mensch es sich denken kann, spalten sie sich. Trennen sich und gehen ihres Weges. Und wir? Wir müssen arg fein darauf achten, auf welchem dieser Pfade wir dann wandeln. Schnell ist ein Schritt getan und noch schneller in die falsche Richtung.

Also besinnt euch ihr großen Herzen, wenn ihr euch für dies entscheidet:
Besinnt euch auf das Kleine. Denn wird’s zu groß, kann’s übel stinken und ihr seid nur noch Diener, Sklaven eurer eigenen Gier. Seid zu dem geworden, was ihr ändern wolltet.

Werdet …

… vom respektvollen Menschen zum Rassisten, weil ihr begonnen habt, Menschen auszuschließen.

… vom volksnahen politischen Menschen zum gierigen Kapitalisten, weil ihr den Glauben verloren habt, mit Politik und Demokratie etwas verändern zu können und dann mit dem anderen Zweig unserer momentanen Gesellschaft angebandelt habt.

… vom Drogen bekämpfenden Sozialarbeiter zum Junkie, weil ihr es nicht mehr ausgehalten habt, was ihr seht und hört.

Besinnt euch auf die kleinen Teile. Und freut euch, wenn ihr dem Großen Ganzen ein Teil zufügen konntet und das große Bildnis der Wahrheit durch euch ein weiteres Stück sichtbarer wurde. Erfreut euch an der Faszination des Rätselns, dass das Puzzle am Ende zeigen wird.

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Thomas Breher (pixabay.com) –  Creative Commons CC0.