Die Passhuren und ihre Steueroasen

Nicht zum ersten Mal stehen international agierende Banken unter dem Verdacht, mithilfe von Anwälten und Börsenhändlern Milliarden Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Dabei sind die Panama Papers noch nicht einmal ausgestanden. Überraschen tut das alles nicht. Steuerflucht ist ein Luxusproblem und den Reichen vorbehalten. Jeder weiß das. Rainer Kahni mit einem launischen Kommentar über die Passhuren.

Sie wohnen in London, Kitzbühel, Belgien, Irland, Monaco oder gleich ganz in der Schweiz und genießen dort die Unversehrtheit ihres in den Heimatländern verdienten Geldes.

Ihr Lebensmittelpunkt liegt nicht in Deutschland oder in einem anderen Hochsteuerland. Ihre Kinder gehen auch nicht mehr in ihrem Geburtsland in die Schule. Sie zahlen auch keine Steuern in ihrer Heimat, denn sie haben dort ja auch keinen Wohnsitz.

In Kitzbühel und Salzburg wohnen die Fußball-Kaiser und die Tennis-Stichs. Die Zahl der Franzosen, die in der Schweiz ihre neue Steuerheimat gefunden haben liegt bei Tausenden. Sie befinden sich in erlauchter Gesellschaft von Formel-1-Weltmeistern und reichen Italienern.

In London und an der belgischen Grenze gibt es ganze Stadtteile, in denen keine Engländer und Belgier wohnen, sondern Milliardäre aus Frankreich.

Belgien, die Schweiz und England locken diese vaterlandslosen Gesellen mit großzügigen Steuervergünstigungen und einer auf ihren Sprachraum zugeschnittenen Infrastruktur. Und das mitten in Europa!

In ihren Heimatländern zahlen sie schon lange keine Steuern mehr!

Sie sonnen sich jedoch gerne nach wie vor im Blitzlichtgewitter ihres heimischen Publikums, lassen keine Homestory in den bunten Blättern aus und dackeln auf jedem roten Teppich herum, der ihnen vom heimatlichen Pöbel vor die Füße geworfen wird.

Sie genießen jedoch (man weiß ja nie, was kommt), den Schutz der Staatsbürgerschaft ihres Heimatlandes und verlängern in den Konsulaten brav ihre Pässe. Nur Steuern wollen sie nicht bezahlen in ihren Geburtsländern.

So entgehen dem Fiskus jährlich Hunderte von Millionen an Steuereinnahmen. Es sind nicht nur Großkonzerne, die ihre Gewinne gerne steueroptimiert anlegen, es sind auch zahlreiche Millionäre und Milliardäre, die keine Lust haben, in ihren Heimatländern Steuern zu bezahlen. Das ist legal und jeder Politiker weiß das.

Ein US-Amerikaner muss seine Steuererklärung in den USA abgeben, egal wo er wohnt. In Europa ist das nicht so!

Die Politiker plärren jeder verlorenen Einnahme hinterher und jagen den Bürgern die Finanzbehörden bis in deren Essfach nach.

Ganze Staatsanwaltschaften sind damit beschäftigt, den daheimgebliebenen Steuerzahlern das Leben schwer zu machen und oft auch deren Existenz zu vernichten.

Doch eine einfache Pass–Besteuerung für Steuerflüchtlinge ist offenbar nicht möglich!

Jeder weiß das und niemand regt sich darüber auf! Und auch deshalb ist das ganze verlogene Gewäsch über Steueroasen ein Abgrund von Heuchelei!

Fotos/Copyright
Titelbild (Symbolfoto): Oase Von Huacachina (Foto: Clotina – Pixabay.com – Creative Commons CC0).

Eine Antwort auf „Die Passhuren und ihre Steueroasen“

  1. Wichtiger Augenöffner danke.
    Bedenkt man allerdings, das viele Steuergelder zur Subventionierung der Kriegs – Industrie (der Abwrack – Industrie) und bei der Neu-Stasi landen.
    Und letztlich bei der FED – Bank mit Ableger Goldman Sucks landen.
    WER ZAHLT SCHON GERN UNFREIWILLIG KRIEGSSTEUERN.

    Vielleicht das Volk? Die Friedens Demos nehmen immer stärker ab.
    Dank deutsch sprachiger Kriegs – Medien und dem damit verbundenen Schwarmverhalten natürlich.

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