Politische Ethik: Was will der Kommunitarismus?

Geht es um die Gestaltung einer gerechten Gesellschaft, ist der Kommunitarismus eine der wichtigsten Theorien der politischen Philosophie und Ethik.

Der Kommunitarismus ist eine politische Philosophie, die die Bedeutung von Kultur, Tradition, Sprache und Gemeinschaft für das soziale Individuum und dessen Verantwortung für seine Umgebung betont.

Nicht nur im Ethikunterricht taucht diese Theorie immer wieder auf. Auch die moderne Kapitalismuskritik schöpft sich zu einem guten Teil aus dem Kommunitarismus. Die Frage nach der Gerechtigkeit ist dabei zentral.

Um 1980 entwickelte sich der Kommunitarismus in den USA als kritische Reaktion auf die Philosophie der Gerechtigkeit von John Rawls, einem bedeutenden Vertreter des egalitären Liberalismus.

Der Kommunitarismus befürwortet die freie Entfaltung des Einzelnen, solange sie sozial verträglich ist, weil jedes Individuum geprägt ist durch die Gemeinschaft und deshalb auch durch sie beeinflusst ist bei der Suche nach Gerechtigkeit. Diese Prägung kann nicht abgelegt werden.

Eine Entfesselung der Märkte, die allein auf das Individuum setzt und zu einer Zerstörung der Gemeinschaften führt, steht diesem Gedanken entgegen und zieht somit die Kapitalismuskritik auf sich, die sich aus dem Kommunitarismus ableitet.

Im Liberalismus hingegen wird die freie Entfaltung des Individuums oft als wichtiger angesehen als die Gemeinschaft. Deshalb soll sie nur aus sehr wichtigen Gründen eingeschränkt werden.

Im Video erkläre ich den Kommunitarismus und die Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls. Außerdem ziehe ich einen Vergleich beider Theorien und wie sie sich voneinander abgrenzen.


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