Frankreich: Die zerstrittene Linke und der Rechtsrutsch der Grande Nation

Rien ne va plus! François Hollande tritt bei den Präsidentschaftswahlen nicht mehr an. Die Sozialisten könnten also ein Desaster erleben. Dem Rechtsrutsch der Grande Nation haben sie nichts entgegenzusetzen. Ein Kommentar von Rainer Kahni.

Frankreich rutscht nach rechts. Der amtierende Präsident François Hollande gab gestern Abend in einer bewegenden Fernsehansprache bekannt, dass er für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung steht und zu den Vorwahlen der Sozialisten bei den Präsidentschaftswahlen 2017 nicht mehr antritt.

François Hollande hat recht, denn es ist ihm nicht gelungen, die zerstrittene Linke zu vereinen und unter einen Hut zu bringen. Seine Beliebtheitswerte sind im Keller, denn er musste unpopuläre Entscheidungen treffen, die sein Vorgänger im Amt, Nicolas Sarkozy, allesamt versäumt hatte.

Die französische Linke ist nicht zu bändigen. Zum letzten Mal ist dies François Mitterrand gelungen.

Die Präsidentschaftswahlen werden zwischen Marine Le Pen und François Fillon entschieden.

Und so werden die Sozialisten bei den nächsten Präsidentschaftswahlen ein Desaster erleben und dem Rechtsrutsch der Grande Nation nichts entgegenzusetzen haben.

Die Präsidentschaftswahlen werden zwischen Marine Le Pen von der Front National und dem erzkonservativen François Fillon von den Republikanern entschieden.

Wenn der engste Nachbar Deutschlands nach rechts rutscht, interessiert das die Deutschen wenig. Den deutschen Medien ist das nur wenige Zeilen wert. Träumt weiter in eurer satten Zufriedenheit, ihr lieben deutschen Landsleute. Meine Verwunderung über eure Interessenlosigkeit sei euch gewiss.

Fotos/Copyright
Jean-Marc Ayrault – (flickr.com) –  CC BY-SA 2.0

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